Roma aeterna – Venimus, vidimus, admirati sumus!

ROMFAHRT 15.-19. Oktober. 2018                                       

Um eine Stadt wie Rom erkunden zu können, heißt es, frühes Aufstehen nicht zu scheuen, gut zu Fuß zu sein und stets Ruhe zu bewahren. Ersteres mussten wir schon am Abreisetag beweisen, als wir uns um 6.00 Uhr morgens mit familiärer Begleitung am Flughafen in Langenhagen trafen; von dort ging es ohne familiäre Escorte via Stuttgart nach Rom, wo wir am Flughafen Fiumicino um 12.30 Uhr landeten. In der Innenstadt bekamen wir den temperamentvollen Straßenverkehr in Rom eindrücklich vorgeführt und die alte Bausubstanz in Rom spürte man auch am scheinbar antiken Holperpflaster.

Nach rascher Zimmerbelegung in unserem zentral gelegenen Hotel stand auch schon der erste Stadtrundgang an. Zuerst ging es zum Busbahnhof, wo wir uns günstig mir dem Grundnahrungsmittel der Woche, Pizza, versorgten, und mit einem Linienbus weiter zum Piazza Navona fuhren, welcher früher als antikes Stadion diente, heute ein sehr belebter und riesengroßer Platz ist. Danach gingen wir weiter zum Pantheon. Dieser ehemalige Tempel diente den Römern zur Verehrung aller Götter, wurde später aber in eine christliche Kirche umgewandelt. Es besaß lange Zeit die weltweit größte Kuppel und viele neuzeitliche Bauwerke orientieren sich an der markanten Kuppelbauweise. Danach wurde es auch schon dunkel und wir gingen vorbei am illuminierten Trevibrunnen und der Spanischen Treppe zur Metro-Station, um zurück zum Hotel zu fahren. Nach einem gemeinsamen Abendessen in einer gemütlichen Pizzeria war der erste Tag eigentlich auch schon rum.

Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem für deutsche Verhältnisse dürftigen Frühstück zu Fuß auf in Richtung Forum Romanum. Das antike Rom stand an diesem Dienstag auf dem Programm. Nachdem wir uns auf dem Gelände gründlich umgesehen hatten und dabei auch die Verbrennungsstätte von Cäsars Leichnam entdeckt hatten, besuchten wir den Palatin, welcher von den Kaisern bewohnt wurde. Der Palatin gilt als angeblicher Gründungsort Rom, wo Romulus gewohnt haben soll. Als nächstes stand der Besuch des Kolosseum an. Wir hatten etwas Zeit, um das antike Stadion selbst zu erkunden und uns vorzustellen, wie hier vor knapp 2000 Jahren Gladiatoren kämpften oder sogar eine Seeschlacht nachgestellt wurde. Nach der Mittagspause besuchten wir die Kapitolinischen Museen. Hier werden viele Skulpturen griechischer und römischer Götter ausgestellt. Außerdem wird hier die kapitolinische Wölfin, welche der Sage nach die beiden Romgründer Romulus und Remus säugte, gezeigt. Es war ein beeindruckender Tag, an dem wir vieles, was wir bisher nur aus dem Geschichts- oder Lateinbuch kannten, tatsächlich ansehen konnten.

Mittwoch war der konditionell anstrengendste Tag und der Tipp von Herrn Brandt, gutes Schuhwerk mit nach Rom zu nehmen, wurde spätestens jetzt für alle einsichtig; der Schrittzähler zeigte ca. 30.000 am Abend an – da wären auch unsere Sportlehrer mit uns annähernd zufrieden gewesen. Der Vatikan war unser Ziel an diesem Tag, aber die erste Lektion erhielten wir auf der Hinfahrt im römischen Berufsverkehr, als es etwa zwei Bahnen brauchte, bis wir unsere gute Erziehung abgelegt hatten und uns selbstbewusst in die übervollen Metro-Waggons drängten. Als wir dann schließlich alle glücklich dort zusammengefunden hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu den Museen, die, da die Papstaudienz zur gleichen Zeit auf dem Petersplatz stattfand, relativ leer und dabei immer noch gut gefüllt waren. In den Vatikanischen Museen hatten wir dann etwa 1:30 Stunden Zeit, in denen wir uns dort frei bewegen konnten. Zu den Highlights zählte selbstverständlich die Sixtinische Kapelle, in welcher sich die berühmten Werke Michelangelos wie das Jüngste Gericht und die Erschaffung Adams befinden. Zu einem Besuch im Vatikan gehört natürlich der Petersdom, den man auch nur mit Langmut in der Warteschlange und so strengen Sicherheitsvorkehrungen wie am Flugplatz betreten kann. Nach ca. einer Stunde in der prallen Mittagssonne – nur geschützt von Valentins holländischen Regenschirm – hatten wir den Petersplatz ausgiebig betrachtet und waren gespannt, was uns erwartete in dieser riesigen Kirche. Das lange Warten hatte sich gelohnt!  Die schiere Größe der Räume war sehr beeindruckend und die halbe Stunde Zeit, die wir hatten, um sie zu erkunden, reichte leider nicht wirklich aus. Doch wollten wir noch auf die Kuppel des Domes und erklommen 551 Stufen. Viele in der Gruppe fanden dies äußerst anstrengend und waren, auf der obersten Aussichtsplattform angekommen, sichtbar erschöpft. Doch der Blick über Rom ist einfach unbezahlbar und alle fanden nun, dass sich der mühsame Aufstieg mehr als gelohnt hatte. Dort hielten wir uns dann für einige Zeit auf und bewunderten die Aussicht, bis wir uns schließlich an den Abstieg machten. Den Tag beschlossen wir mit einem Spaziergang am Tiber zur Innenstadt, wo wir das Treiben an der Spanischen Treppe und das italienische Eis genossen, was auch die „Laufgeschädigten“ des Tages versöhnte.

Noch vom vorherigen Tag erschöpft, ging es am nächsten Morgen zu den Katakomben von San Callisto, die etwas außerhalb liegen, und daher mal nicht zu Fuß, sondern mit dem Bus erreicht wurden. Dort bekamen wir eine Führung von einem deutschen Angestellten, der uns mit einer sehr angenehmen und ruhigen Stimme alles Wissenswerte über die Katakomben sowie die Beerdigungspraxis der Urchristen erzählte und zwischendurch unsere Lateinkenntnisse antestete. Während es draußen schon wieder unangenehm heiß und sonnig wurde, war es in den Katakomben schön schattig und kühl. Als die Führung dann zu Ende war, erlebten wir doch noch das typische italienische Bussystem, bei dem es keine Fahrpläne gibt und die Busse einfach nach Lust und Laune fahren. Also saßen wir geschlagene 1,5 Stunden in der Hitze und warteten, bis dann schließlich doch noch ein Bus kam und uns wieder zum Hotel brachte. Nach kurzer Verschnaufpause mussten wir uns schon bald wieder auf den Weg machen, da unser nächstes Ziel, die Ausgrabungen von Ostia Antica, auf uns wartete. Dorthin fuhren wir mit der Bahn und waren wegen des Pendelverkehrs erneut sehr beengt unterwegs. Da die Fahrt allerdings nicht allzu lange dauerte, war es kein großes Problem und bei der Ankunft waren wir alle sehr motiviert und voller Vorfreude auf eine der interessantesten antiken Städte. In kleineren Gruppen erkundeten wir die Ruinen und waren fasziniert von den Mosaiken und anderen Bauten, die zu bewundern sind. Besonders interessant war das Theater, in dem man wirklich alles hören konnte, was auch nur leise auf der Bühne gesagt wurde, und der Lehrer einer französischen Schülergruppe, die die Ostia Antica auch besuchte, gab eine erstaunlich gute Gesangseinlage zum Besten.

Unseren letzten Abend in Rom beschlossen wir mit einem gemeinsamen Essen und dem Austausch über die Eindrücke der letzten Tage.

Am letzten Tag stand eigentlich nur die Rückreise auf dem Programm. Nach dem Frühstück besuchten wir aber trotzdem noch eine der fünf Papstbasiliken Roms, die Kirche Santa Maria Maggiore. Sie befindet sich südwestlich der Stazione Termini, des Hauptbahnhofes von Rom, und nur wenige hundert Meter von unserem Hotel entfernt. Bereits um 14.00 Uhr startete der Flieger Richtung Stuttgart, wo wir knapp vier Stunden Aufenthalt hatten. Danach ging es weiter nach Hannover, wo wir müde, aber voller neuer Eindrücke, ankamen.

Rom – die ewige Stadt – war und ist eine Reise wert!

Philipp Gerdes und Timon Stache

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